Spaßbäder im Test – Alpamare Bad Tölz

Viel Spaß, viel Erholung, viel Geld

In Teil zwei unseres Spaßbädertests haben wir das Alpamare in Bad Tölz genau unter die Lupe genommen. Unter dem Motto „Mehr erleben“ soll man sich hier entspannen können, während die Kinder sich beim Rutschen vergnügen oder die vielfach angepriesene Surfanlage ausprobieren. Dass das Alpamare tatsächlich ein ganz besonderes Konzept verfolgt, wird einem spätestens nach dem fünfzehnten Vorbeigehen am Restaurant klar. Das „mehr“ steht hier offenbar nicht nur für mehr erleben, sondern vor allem für mehr zahlen.

Viel zu entdecken

Zugegeben, das Alpamare besticht mit einem reichhaltigen Angebot an spaßversprechenden Attraktionen. Neben den sieben Erlebnisrutschen und dem Wellenbecken können Kinder gegen einen Aufpreis von drei Euro für 55 Minuten die Indoor-Surfanlage ausprobieren. Da hier aber der Nächste an der Reihe ist, sobald das Vorgängerkind den Halt verloren hat, verbringen Anfänger oder weniger talentierte Kinder zwangsläufig die meiste Zeit mit Warten. Auch für Erwachsene wird einiges geboten: Zwei Sprudelbecken und ein Jodsole-Becken im Außenbereich, eine Saunalandschaft, ein Dampfbad und ein Jodinhalatorium. Sportbegeisterte Gäste können zudem kostenfrei bei der Aqua-Fitness mitmachen.

Nichts für Kleinkinder

Ein unübersehbares Manko für Familien mit Kleinkindern ist, dass für ebendiese wenig bis nichts angeboten wird. Zwar gibt es neben dem großen Wellenbecken eine kleine Spielinsel, auf der allerdings maximal zwei Kinder Platz finden. Ein Babybecken sucht man im Alpamare leider vergeblich. Da auch eine Kinderbetreuung fehlt, ist Langeweile bei den Kleinsten vorprogrammiert, während sich die älteren Geschwister austoben.

Restaurant unübersehbar

Während man auf dem Weg von den Umkleiden zu den Becken vergeblich nach den Duschen sucht, ist das Restaurant Bel’Mare nicht zu übersehen. Ein ca. 15 Meter langer Gang führt die Besucher unmittelbar am Restaurant entlang, so dass man keine andere Wahl hat, als sich ein leises Hungergefühl einzubilden. Auch sonst scheint dem Restaurant logistisch gesehen ein auffallend hoher Stellenwert zugekommen zu sein. Denn auch wenn man vom Wellenbecken ins etwas abgelegene zweite Hallenbecken möchte, kommt man direkt an der Essensausgabe vorbei. Wenig überraschend, dass auch der Weg zu den Aussenbecken über das Restaurant führt. Fast unausweichlich findet man sich also früher oder später mit einem Tablett in der Hand in einer der Ausgabeschlangen wieder, welche übrigens ein gewisses Kantinenflair besitzen. Enttäuschend sind aber dann leider nicht nur die Preise (für ein Schnitzel mit Kartoffelsalat und Getränk werden hier rund 11 Euro verlangt), sondern auch der Geschmack. Die erwartete Qualität von Speis und Trank wird nicht immer eingehalten.

Saunalandschaft inklusive

Im schlichtweg überteuerten Eintrittspreis von 34,00 Euro pro Tag für einen Erwachsenen und 24,00 Euro pro Kind sind einige Wellness-Angebote automatisch enthalten. So kann man sich ohne Aufpreis in eine der drei Saunen begeben, die hier übrigens nach Männern und Frauen getrennt sind. Nicht im Preis enthalten sind Zusatzleistungen wie Rückenmassagen oder die Nutzung der Einzelsolarien.
Die Aussenbecken sind mit zahlreichen Massagedüsen ausgestattet, was Klein und Groß gleichermaßen gefällt. Einziges Manko hierbei aber ist, dass die Beheizung der Aussenbecken wohl jahreszeitlich geregelt ist. Dies führt dazu, dass bei kühlem Wetter die erhoffte Gemütlichkeit in den vermeintlich heißen Becken ausbleibt.
Ruhesuchende machen ihrem Namen im Alpamare dafür allerdings alle Ehre. Denn der Ruheraum liegt ziemlich versteckt und ist zudem auch noch schlecht ausgeschildert. Einmal gefunden, enttäuscht dieser zudem noch durch seine Karge ungemütliche Atmosphäre.

Fazit

Insgesamt kann man im Alpamare als Familie mit älteren Kindern einen tollen Tag verbringen. Angesichts der stattlichen Preise sollte man sich aber dennoch zweimal überlegen, ob man als vierköpfige Familie die 116 Euro für einen Tag "Badespass" nicht besser investieren kann. Bei uns hat das Alpamare wegen der überteuerten Preise und der fraglichen Logistik nur den letzten Platz erreicht.

Tipp: Packen Sie sich Badeschuhe ein, die Aussenbecken sind nicht mit den Innenbecken verbunden!

Ergebnisse im Detail

Folgende Schulnoten erreichte das Alpamare im Einzelnen:

 

Eintritt

 

6

 

hier zahlt eine 4-köpfige Familie 116 Euro!

 

Umkleiden

 

3

 

Sauberkeit

 

3

 

Sicherheit

 

2

 

Restaurant

 

5

 

zentral gelegen mit deftigen Preisen

 

Freundlichkeit

 

1

 

da gibt's nichts zu meckern

 

Saunabereich

 

2

 

im Preis inbegriffen

 

Wellnessfaktor im Bad

 

2

 

Kinderfreundlichkeit

 

2

 

Nichts für Kleinkinder, dafür 100% Spaß ab Schulkindalter

 

Außenbereich

 

3

 

wer ins Außenbecken will, bekommt kalte Füße

 

Beckenanzahl

 

2

 

Insgesamt/Spaßfaktor

 

2.8